Über mich

Dass in der Schweiz nur noch wenige Frauen diese äusserst schwierige Technik der textilen Handarbeit beherrschen, war vor 35 Jahren meine Motivation, diese zu erlernen.

Nach einem Anfängerkurs im heimischen Schaffhausen zog es mich in jungen Jahren nach Schweden, um einen 14-tägigen Intensivkurs zu besuchen. Da ist das Feuer für dieses Handwerk noch vollends zum Brennen gekommen.

Es folgten Weiterbildungen in Deutschland und Holland. In Holland besuchte ich vier Mal Kurse im Kloster Rolduc, um die Technik der flandrischen Spitze zu erlernen.

Da es über 40 verschiedene Techniken im Klöppeln gibt und in jedem Land etwas andere Hilfsmittel und Materialien verwendet werden, habe ich wahrscheinlich in diesem Business nie ausgelernt.

 Was ist Klöppeln?

 

Klöppeln ist von der Technik her eine Mischung aus Weben und Flechten. Auf einer Unterlage, dem Klöppelkissen, wird als Vorlage ein sogenannter Klöppelbrief aufgesteckt. Auf dieser Vorlage werden Fäden mit Stecknadeln befestigt. An den Fäden hängen als Spulen und als Gewichte die Klöppel. Nun werden die Fäden miteinander verflochten, und zwar immer paarweise. Die so entstandenen Strukturen werden durch Einstecken weiterer Stecknadeln gesichert. Bei den meisten Techniken hält man immer vier Klöppel gleichzeitig in der Hand, nur sehr selten mehr. Man arbeitet sich dann in Reihen durch die vielen Klöppel hindurch (zwischen 3 und 200 Paare, je nach Muster), indem man dem Muster entsprechend Klöppelpaare ablegt und andere aufnimmt. Die so gefertigte Spitze, ist ein filigranes Gewebe, in dem nicht nur die Fäden, sondern auch dZwischenräume Bedeutung für die Gestaltung haben. Einige Teile ähneln einem Netz, andere einem Gewebe und wieder andere Zöpfen.

Klöppeln ist eine altes Kunsthandwerk, welches auf die Weberei, bzw. die Posamentierarbeit zurückgeht. Das ist schon dadurch belegt, dass die Klöppler, wenn sie überhaupt organisiert waren, oftmals keine eigenen Gilden hatten, sondern entweder zur Weber- oder zur Posamentierergilde gehörten. Das Klöppeln ist wahrscheinlich an zwei Orten gleichzeitig «erfunden» worden, nämlich in Norditalien und in Flandern. Die Technik breitete sich rasch über ganz Europa aus, und später auch in Nordamerika und in Asien.

Im Deutschen Erzgebirge wurde das Klöppeln durch Barbara Uttmann im 16. Jahrhundert eingeführt. Sie gab damit den durch den zum erliegen gekommenen Erzbergbau verarmten Familien neue Arbeit. Oftmals klöppelten ganze Familien, einschließlich der Männer und Kinder. Die von Frauen gearbeitete Spitze galt jedoch als am wertvollsten, weil sie feinere Finger haben. Die Oberpfalz und der Bayrische Wald sind weitere Gebiete in Deutschland, in denen traditionsmäßig geklöppelt wird.

Den Höhepunkt erreichte die Kunst im 18. Jahrhundert, doch die Industrialisierung führte zum Niedergang des Handwerks im 19. Jahrhundert. Durch die Erfindung von Maschinen, die viel feinere Spitze schneller herstellen konnten als die fleissigste Klöpplerin, wurde das Klöppeln als Erwerbsarbeit unmöglich. Trotzdem wurde und wird weiter geklöppelt, heute jedoch fast ausschliesslich als Hobby. Auch einige Klöppelschulen sind erhalten geblieben. Nicht alle Klöppelspitzen lassen sich durch Maschinen nachahmen (z. B. die Guipure-Spitze). Heute erlebt das Klöppeln als Hobby wieder einen Aufschwung, nicht nur in Gebieten, in denen traditionell geklöppelt wird.


Kontakt

Vreni Stamm Klöppelatelier

in der Gasse 8
CH-8217 Wilchingen


+41 52 681 26 37